Schilling X-ray Gehlberg

 

©  Tube Museum / Collection
Udo Radtke,  Germany
  2017-11-30

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Westlich von Ilmenau / Thüringen liegt der kleine Ort  Gehlberg. Hier ein späteres Foto.

Franz Schilling arbeitete zunächst bei F.F. Greiner in Stützerbach als Glasbläser. 1865 machte er sich dort selbständig. 1874-75 wechselte er nach Gehlberg und nahm 18 Glasbläser nach dort mit.

Ab 1858 arbeiteten in der alten Glashütte in Gehlberg die 3 Glasbläser, Heinrich Hartwig, Friedrich Heinz und Emil Gundelach, jeder für sich selbständig, gemeinsam in einem Betrieb und auf eigene Rechnung.  >>Link zu Gundelach

Die alte Glashütte,  die am 5. Nov. 1897 abbrannte.

Nach dem Tode des Friedrich Heinz übernahm sein Schwiegersohn Franz Schilling den Hüttenanteil. Er hatte eine Firma in Stützerbach, die er nach Gehlberg verlegte. Durch Wissen in der Medizintechnik, der chemische Labortechnik und brachte so viele nützliche Erkenntnisse mit nach Gehlberg.

Franz Schilling mit Familie

Nach dem Brand der alten Hütte, Nov. 1897, baute er etwa 200m entfernt eine neue Glashütte auf.

Er war auch auf der Weltausstellung in Paris vertreten.

   Schilling auf der Weltausstellung in Paris

Verschiedene, bislang noch unbekannte Ionen- Röntgenröhren, haben einen etwas seltsamen Regenerator. Gravuren auf den Röhren benennen ein DRGM 293815, das sich, wie sich inzwischen herausgestellt hat, nur auf den Regenerator bezieht. Als Besonderheit ist im Gehäuse des Regenerators bereits eine belüftete Funkenstrecke eingebaut. Alle Durchführungen bestehen aus Platin.

 

Recherchen haben ergeben, dass für Franz Schilling am 01.11.1906 ein Regulator DRGM 293815 erteilt wurde.




An etlichen unbekannten Röhren ist dieser Regulator verbaut, doch wer waren die Hersteller der Röhren? Da taucht durch Zufall ein Katalog von Schilling auf, der massenhaft Röntgenröhren in verschiedensten Ausführungen mit genau diesem Regulator enthält. Ionen-Röntgenröhren wurden aber wohl nur bis ca.1925 hergestellt.

Da der Katalog auch eine Ausführung mit Bauer-Regulator vorsieht, Bauer aber seinen Regenerator erst am 10.10.1910 zum Patent anmeldete, kann der Katalog auch erst um 1910 herum oder später erschienen sein.

 
Nachfolgend einige Röhren mit diesem Regenerator, wohl alle von F. Schilling hergestellt!

F. Schillng Modell "D" Aufkleber mit "Radiguet" MIt Sicherheit F. Schilling Modell "E" Wohl auch eine von Schilling hergestellte Röhre.

Hier eine weitere Röhre

 

     

Wer ist der Hersteller der Röhre auf den nachfolgenden Fotos? Nach Vergleichen mit dem Katalog von Schilling, Gehlberg, dürfte sie dort gefertigt worden sein. Stiftanoden nur bei höher belasteten Röhren, sonst Teller. Bei späteren Einfachröhren vermutlich um 1920 auch Stiftanoden, dann aber andere zylindrische Kappen.

 

Fotos: TU-Clausthal

Und hier ist noch einen weitere http://www.fleaglass.com/ads/x-tube-by-c-h-f-muller-c-1903/
Von der wird behauptet, sie sei Müller zugeordnet, was aus meiner Sicht völlig falsch ist.

Und noch eine weitere https://www.orau.org/PTP/collection/xraytubes/cold%20cathode%203.htm

Da solche Regeneratoren an  Röntgen-Röhren im Kataloge aus dem Jahre 1922 bei Otto Pressler zu finden sind, ja sogar die Gebrauchsmuster-Nummern genannt sind, ist erwiesen, dass Schilling die Röhren an Otto Pressler lieferte.

Hier ein Beispiel:

 

Sehr merkwürdig ist auch, dass Schilling alternativ den Osmose-Regulator anbietet, der ja eigentlich unter Patent DRP 103 100 für Villard u. Chabaud, vom 28.06.1898. an geschützt ist. Aber auch Gundelach beruft die auf dieses Patent , zumindest nachweisbar in der Preisliste von 1903. Da der Schutz früher nur für 15 Jahre galt, konnte es also ab 28.06.1913 von jedermann benutzt werden. Also muss die Schilling Liste von nach 1913 sein. Wenn die Röhren aber in einer Otto-Pressler-Liste von 1922 stehen, muss Schilling ja wohl auch noch zu dieser Zeit Röntgenröhren gebaut haben.

Schilling wurde später von Schott übernommen.

Hier noch eine Folge der von Schilling angemeldeten Gebrauchsmuster:

 1902-S28-DRGM / P24 /  F. Schilling, Gehlberg

 1902-S28-DRGM / P25 / F. Schilling, Gehlberg

1905-150-DRGM / P46 / F. Schilling, Gehlberg

P72 / F. Schilling, Gehlberg
P73

P97 /F. Schilling, Gehlberg

  1909-49-DRGM / P56 / F. Schilling, Gehlberg

GM / P84 / F. Schilling, Gehlberg

GM / P85 / F. Schilling, Gehlberg

Das National Museum of American History Library, USA, stellte mir einen anderen Schilling Katalog zur Verfügung, der vermutlich von 1913 stammt. Auf der nachfolgenden Katalog-Seite 9. dieses Kataloges ist die Röhre abgebildet, auf die sich das nachfolgende Gebrauchsmuster bezieht, das vom 01.03.1913 stammt.

GM / P101 / F. Schilling, Gehlberg

Im Adressbuch der Deutschen Glasindustrie aus dem Jahre 1925 ist folgender Eintrag zu finden:

Schilling, Franz, Hauptstr. 50. Fernsprech-Anschluß Gehlberg 2. TA: Schilling, Gehlberg. Inhaber: Franz und Hans Schilling.
Fabrikate: Chemische;, physikalische, bakteriologische und technische Glasinstrumente und Apparate. Spezialitä­ten: Glasröhren, sämtliche Hohlglasartikel für den Labo­ratoriumsgebrauch. Sauggas-Motor, Elektrizitätswerk, Glasschleiferei. — Ca. 100 Arbeiter. (Gegr. 1643, neu um-gebaut 1898.)

Beim National Museum of American History Library, existiert auch noch der nachfolgende Katalog mit einem Umfang von ca. 300 Seiten.

Ein neuer interessanter Hinweis findet sich im Buch " Les Ampoules en Radiologie Medicale" von J. Belot aus dem Jahre 1905. Hier ist auf Seite 103 die folgende Abbildung zu finden.

Der Regenerator sieht sehr nach Schilling aus. Hinter Fig.5 steht "Drissler". Dieser Name erscheint im Buch "Le Radium Seite 210.

Ein weiterer Nachweis auf Seite 41 gemäß:
http://www.biusante.parisdescartes.fr/ressources/pdf/inventaires/tubesRX_Beclere_Gadeceau_2015.pdf 

 


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