Schilling X-ray Gehlberg

 

©  Tube Museum / Collection
Udo Radtke,  Germany
  2017-08-18

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Westlich von Ilmenau / Thüringen liegt der kleine Ort  Gehlberg. Hier ein späteres Foto.

Franz Schilling arbeitete zunächst bei F.F. Greiner in Stützerbach als Glasbläser. 1865 machte er sich dort selbständig. 1874-75 wechselte er nach Gehlberg und nahm 18 Glasbläser nach dort mit.

Ab 1858 arbeiteten in der alten Glashütte in Gehlberg die 3 Glasbläser, Heinrich Hartwig, Friedrich Heinz und Emil Gundelach, jeder für sich selbständig, gemeinsam in einem Betrieb und auf eigene Rechnung.  >>Link zu Gundelach

Die alte Glashütte,  die am 5. Nov. 1897 abbrannte.

Nach dem Tode des Friedrich Heinz übernahm sein Schwiegersohn Franz Schilling den Hüttenanteil. Er hatte eine Firma in Stützerbach, die er nach Gehlberg verlegte. Durch Wissen in der Medizintechnik, der chemische Labortechnik und brachte so viele nützliche Erkenntnisse mit nach Gehlberg.

Franz Schilling mit Familie

Nach dem Brand der alten Hütte, Nov. 1897, baute er etwa 200m entfernt eine neue Glashütte auf.

Er war auch auf der Weltausstellung in Paris vertreten.

   Schilling auf der Weltausstellung in Paris

Verschiedene, bislang noch unbekannte Ionen- Röntgenröhren, haben einen etwas seltsamen Regenerator. Gravuren auf den Röhren benennen ein DRGM 293815, das sich, wie sich inzwischen herausgestellt hat, nur auf den Regenerator bezieht. Als Besonderheit ist im Gehäuse des Regenerators bereits eine belüftete Funkenstrecke eingebaut. Alle Durchführungen bestehen aus Platin.

Recherchen haben ergeben, dass für Franz Schilling am 01.11.1906 ein Regulator DRGM 293815 erteilt wurde. Details dazu  >>hier.

An etlichen unbekannten Röhren ist dieser Regulator verbaut, doch wer waren die Hersteller der Röhren? Da taucht durch Zufall ein Katalog von Schilling auf, der massenhaft Röntgenröhren in verschiedensten Ausführungen mit genau diesem Regulator enthält. Ionen-Röntgenröhren wurden aber wohl nur bis ca.1925 hergestellt.

Da der Katalog auch eine Ausführung mit Bauer-Regulator vorsieht, Bauer aber seinen Regenerator erst am 10.10.1910 zum Patent anmeldete, kann der Katalog auch erst um 1910 herum oder später erschienen sein.

 

Da solche Regeneratoren an  Röntgen-Röhren im Kataloge aus dem Jahre 1922 bei Otto Pressler zu finden sind, ja sogar die Gebrauchsmuster-Nummern genannt sind, ist erwiesen, dass Schilling die Röhren an Otto Pressler lieferte.

Hier ein Beispiel:

 

Sehr merkwürdig ist auch, dass Schilling alternativ den Osmose-Regulator anbietet, der ja eigentlich unter Patent DRP 103 100 für Villard u. Chabaud, vom 28.06.1898. an geschützt ist. Aber auch Gundelach beruft die auf dieses Patent , zumindest nachweisbar in der Preisliste von 1903. Da der Schutz früher nur für 15 Jahre galt, konnte es also ab 28.06.1913 von jedermann benutzt werden. Also muss die Schilling Liste von nach 1913 sein. Wenn die Röhren aber in einer Otto-Pressler-Liste von 1922 stehen, muss Schilling ja wohl auch noch zu dieser Zeit Röntgenröhren gebaut haben.

Schilling wurde später von Schott übernommen.

Hier noch eine Folge der von Schilling angemeldeten Gebrauchsmuster:

 1902-S28-DRGM / P24 /  F. Schilling, Gehlberg

 1902-S28-DRGM / P25 / F. Schilling, Gehlberg

1905-150-DRGM / P46 / F. Schilling, Gehlberg

P72 / F. Schilling, Gehlberg
P73

P97 /F. Schilling, Gehlberg

  1909-49-DRGM / P56 / F. Schilling, Gehlberg

GM / P84 / F. Schilling, Gehlberg

GM / P85 / F. Schilling, Gehlberg

Im Adressbuch der Deutschen Glasindustrie aus dem Jahre 1925 ist folgender Eintrag zu finden:

Schilling, Franz, Hauptstr. 50. Fernsprech-Anschluß Gehlberg 2. TA: Schilling, Gehlberg. Inhaber: Franz und Hans Schilling.
Fabrikate: Chemische;, physikalische, bakteriologische und technische Glasinstrumente und Apparate. Spezialitä­ten: Glasröhren, sämtliche Hohlglasartikel für den Labo­ratoriumsgebrauch. Sauggas-Motor, Elektrizitätswerk, Glasschleiferei. — Ca. 100 Arbeiter. (Gegr. 1643, neu um-gebaut 1898.)


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