Voltohm AG, München

 

©  Tube Museum / Collection
Udo Radtke,  Germany
  2016-10-28

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140x480mm / etwa 1902-1903 hergestellt.

Hier eine Abbildung aus dem Jahre 1903: https://ia600708.us.archive.org/15/items/dasrntgenverfahr00stec/dasrntgenverfahr00stec.pdf

Über die Voltohm AG ist nicht viel zu finden. Dem Buch "Konstruktion, Bau Und Betrieb Von Funkeninduktoren Und Deren Anwendung" sind die nachfolgenden Veröffentlichungen entnommen. Weitere Angaben unter "Über eine neue regulierbare Röntgenröhre die Voltohm-E-Röhre".

Es gibt einige US-Patentanmeldungen für die VOLTOHM, z.B. https://www.google.com/patents/US720599?hl=de

Eine weitere Fundstelle ist das nachfolgende Buch vom 1900.

Weitere wertvolle Informationen erhielt ich dazu aus dem Archivmaterial vom Siemens-Med.-Museum Erlangen.

http://www.medmuseum.siemens.com/ 

Auszug aus dem Protokollbuch der Firma Elektrotechnisches Institut Frankfurt (EIT) vom 22.03.1898: …Herr Beez berichtet über den Besuch, welchen ihm der kaufmänn[ische] Direktor Ader der „Voltohm“ Elektrizitäts Act[ein] Ges[ellschaft] in München kürzlich abgestattet hat, wobei die Sprache auf eine Anlehnung oder Verschmelzung unserer beiderseitigen Gesellschaften gekommen ist. Mit Schreiben vom 17. März hat die Voltohm diesbezüglich Vorschläge von uns gewünscht. Die Voltohm war früher Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit M 150.000 Kapital, hat speciell Röntgen-Apparate fabriciert und dabei anscheinend viel Geld verloren. Der technische Leiter ist der Physiker Dr. Joseph Rosenthal, früher bei Reiniger, Gebbert & Schall, der Herrn Beez bekannt ist. Seit kurzem ist das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft mit M 500.000 Kapital umgewandelt worden und es besteht die Absicht, die Fabrikation von elektrischen Meßinstrumenten und medicinischen Apparaten aufzunehmen….

September 1903: Einbringung der Voltohm Elektrizitäts-Gesellschaft mbH, Frankfurt a. M. in die neu Polyphos Elektrizitäts-Gesellschaft mbH, München. Gesellschafter der Polyphos sind die Brüder Eugen und Louis Rosenthal. Letzterer bringt die Voltohm als Gesellschaftsanteil mit in die neue Firma ein.

Nachfolgend noch Ergebnisse weiterer Recherchen v. Marcel Michels, Siemens Med.-Museum

-        Louis, Josef und Eugen Rosenthal waren Brüder

-        In der Verkehrzeitung und industrielle Rundschau, Band 15 (1901) wird als Adresse für die Voltohm-Elektricitäts-Aktiengesellschaft München UND Frankfurt am Main angegeben.

-        In der Zeitschrift Helios von 1901 heißt es: Voltohm, Elektricitäts-Gesellschaft, Aktiengesellschaft, München. Diese Gesellschaft, die Ende 1898 die Drahtseilfabrik von Jakob Reutlinger und die Telegraphendraht- und Kabelfabrik von Emil Blust in Frankfurt a. M. erwarb, hat auf den 30. des Monats eine Generalversammlung einberufen in der über Status-Änderungen beschlossen werden soll, dahingehend, dass ab 01. Januar 1902 der Sitz der Gesellschaft in Frankfurt a. M. und der Zweck derselben auch die Fabrikation und der Handel mit Seilerzeugnissen ist.“

-        Im Jahresbericht der Handelskammer Frankfurt für 1910 wird eine Sitzverlegung von München nach Frankfurt für 1901 angegeben, die Eintragung des Namens „Voltohm Seil- und Kabelwerke“ für 1903

-        Im Buch „Geschichte der Handelskammer zu Frankfurt am Main 1707-1908“ steht: „Das Vorhandensein der elektrischen Großindustrie führte 1892 zur Gründung der Frankfurter Metalldraht- und Kabelfabrik Emil Blust, die heute als Aktiengesellschaft „Voltohm“ besteht, deren elektrotechnische Abteilung aber 1903 nach Bayern verlegt wurde.

 Zusammenfassend stellt es sich für mich folgendermaßen dar (auf Basis der Quellen und einigen logischen Schlüssen): 1898 traten die Gesellschafter der Voltohm Elektricitäts-Gesellschaft AG München an den Vorstand der E.T.I. Frankfurt heran und verhandelten über eine eventuelle Beteiligung der Voltohm an dieser Gesellschaft. Nachdem dieses Projekt nicht zustande kam beteiligte sich die Voltohm an den Firmen Drahtseilfabrik Jakob Reutlinger und der bereits 1892 gegründeten Telegraphendraht- und Kabelfabrik von Emil Blust in Frankfurt a. M.

Sitz der Voltohm wurde daraufhin Frankfurt und München. 1902 wurde der Sitz endgültig nach Frankfurt verlegt. 1903 wurde die elektrotechnische Abteilung abgespalten und es entstanden zwei Firmen: die Voltohm Seil- und Kabelwerke AG Frankfurt und die Voltohm Elektricitäts-Gesellschaft GmbH Frankfurt, die dann im September 1903 in die neu gegründete Polyphos Elektrizitäts-Gesellschaft mbH, München eingebracht wurde. Inwieweit die Brüder Rosenthal auch später noch an der Voltohm Seil- und Kabelwerke AG beteiligt waren, kann ich nicht nachvollziehen.

The Electrical Review, Band 53
Electrical review, Limited, 1904, Seite 482:

 The Voltohm Electricity Co , of Frankfort-on-the-Maine, which was formed in 1898, to take over the electro-technical business of Voltohm Co., of Munich, acquired shortly afterwards the wire rope works of J. Reutlinger, and the telegraph cable and wire factory of E. Blust, at Frankfort. In 1899, the company, which has a share capital of £ 37.500, paid a dividend of 7 per cent, and in the following year the distribution was 4 per cent; but since then losses have been incurred, and the deficit by the end of 1902  amounted to £ 7,500. The directors have found that the construction of arc lamps and Roentgen apparatus does not work in well with the manufacture of wire ropes and cables, and they have decided to sell the former branches to Herr Louis Rosenthal, of Furth, Bavaria. The shareholders have just approved this arrangement and the alteration of the title to the Voltohm Rope and Cableworks Co.

In einem Buch von 1903 wird auch ein Motorunterbrecher der Voltohm Elektrizitätsgesellschaft abgebildet:

 

Die sichtbaren Gewindestangen auf den nachfolgenden Bildern sind die Haltestangen des Ständers, der die Röhre zu Displayzwecken trägt.

 
 

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