Unbekannt-18209, jetzt gelöst ! Siehe weiter unten

 

©  Tube Collection Udo Radtke,
Germany
  2015-02-15

Code:4512 102 75462 / 03 AK

 Hier zunächst noch einmal die ganze Einheit # 18209

 Oben ist unter dem scheibenförmigen Teil ein metallischer  Faltenbalg, vermutlich zur Abdichtung des oberen leicht beweglichen Teils mit dem Finger, der als Röhrchen ausgebildet und mit einer Kappe verschlossen ist.

Die obere Kappe hat einen abziehbaren Schutzdeckel, hier entfernt.
   

Etwas unter dem oberen Flasch kann man den Kopf abziehen. Es kommen 3 federnde Kontaktstift zum Vorschein.

# 18209-8

# 18209-9

# 18209-10

# 18209-11

# 18209-12

# 18209-13

# 18209-14

Die Stifte drücken im zusammen gebauten Zustand auf 3 Kontaktflächen in der anderen Gehäusehälfte.

 

 

 

 

 

Hier ist jetzt weiter auseinandergebaut. Das Bild zeigt die Rückseite von Foto # 19209-2.

Von den federnden Stiften führen Litzen in den Raum, in den eine Röntgenröhre eintaucht.

Diese Kammer war komplett mit Öl gefüllt. Gut, dass ich das Teil nicht in der Wohnung öffnete, auf Öl war ich nicht vorbereitet!

 

 

 

 

 

 

 

Dies ist offenbar eine in Öl liegende Röntgenöhre. Die Anschlüsse zu Foto # 18209 sind beim Auseinanderbau abgerissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die andere Seite der Röntgenröhre. Aus der Mitte kommt ein kleines, bei der Demontage abgebrochenes Röhrchen raus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darüber liegt jetzt diese Scheine mit einem Spulensystem im Innern

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier die Oberseite des Spulensystems mit den Anschlüssen

 

 

 

 

 

 

 

 

Darauf folgt ein Aluminiumkranz, der am Umfand mit reichlich Senkschrauben am Gehäuse festgeschraubt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darauf liegt ein verschraubtes Plastikteil, in dessen mittlere Bohrung das Rohr hineinkommt, das auf der Gesamtansicht # 18209-1 zu sehen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Alurohr befindet sich ein Keramikrohr mit welchem Inhalt ist unbekannt. Jedenfalls gibt es unten einen einpoligen, abgerissenen Anschluss.

Und hier die weiteren Informationen zum Unteren Teil.

Ferner befindet sich im unteren metallischen Gehäuse eine Querbohrung mit einem darüber liegendem Schlitz und einen darin befindlichen Steg, der von einem Kunststoffisolator unterbrochen ist.

In diese Bohrung ist eine Spule auf einem Ferritkern eingesteckt.

 Der Kern, links im Bild, 2x gebrochen, liegt mit seinen seitlichen Schenkel vor dem Steg, mit dem horizontalen darüber. Auf der Rückseite ist ein zusätzlicher Ferritsteg angelegt.

Ich habe die Vermutung, dass hier über eine Stromzufuhr in die Spule ein innerer Schaltkontakt betätigt wird.

 

Am unteren Ende der Einheit befindet sich ein graues, aus Kunststoff hergestelltes Teil mit einer Bohrung. Darin ist eine Spule mit Ferritkern eingesteckt.

Könnte es sein, dass die Spule Wechselstrom bekommt und sich im Innern des Kunststoffteils eine weitere Spule zur Erzeugung von Hochspannung verbirgt, die dann über die zuvor beschriebenen Kontakte auf den oberen Kopf geleitet wird, der dann möglicherweise eine Röntgenstrahlung produziert?

Lösung:

Es handelt sich vermutlich um ein Röntgengerät für Zahnärzte für sogenannte frühe Panorama-Aufnahmen. Der dünne runde Stab wird in den Mund geschoben, von ihm geht in alle Richtungen Röntgenstrahlung aus. Der Film kommt in eine leicht flexible gebogene Cassette, die der Patient von außen gegen die Zähne bzw. den Kiefer hält. So wird der Film von innen aus dem Mund heraus belichtet.

Hier ein Text und ein  Foto von www.Zahnwissen.de :

Panoramavergrößerungsaufnahme
PVA, "Status-X-Gerät", STATUS X (Siemens), engl.: intraoral source of panoramic radiography; wegen der hohen Strahlenbelastung seit 1980 nicht mehr hergestellte Geräte; ab 2004 nicht mehr zugelassen (Altgeräte können umgerüstet werden). Der Strahler, eine Weitwinkel-Hohlanodenröhre, liegt im Mund; der Strahlengang verläuft von intra- nach extraoral. Der Film, welcher sich extraoral in einer flexiblen Filmtasche befindet, wird direkt dem Gesicht des Patienten aufgelegt. Das Untersuchungsgebiet wird dadurch vergrößert dargestellt. Weiter verbessert wurde das Verfahren durch die Einführung eines Aluminiummantels. Durch Reduktion des Röhrenstroms und Einsatz empfindlicherer Film-Folien-Kombinationen konnte die PVA weiter aufgewertet werden.
Es handelt es sich bei der PVA nicht um eine Schicht-, sondern um eine vergrößernde Summationsaufnahme.
Vorteil: ideale, überlagerungsfreie (keine Wirbelsäule!) Darstellung der Frontbereiche von OK und UK.

Status-X-Gerät von Siemens

Eine weitere Information aus dem Buch "Zahnärztliche Radiologie" von Andreas Fuhrmann.

  Status-X-Gerät von Siemens

Hier noch 2 weitere Fotos, die ich von einem Staus-X- Gerät selbst machen konnte. Die linke Kappe ist abnehmbar. Darunter befindet sich der "Röntgenfinger"

         

Solch ein Gerät wurde auch von Philips hergestellt unter dem Namen "stat Oralix". (aus Philips Prospekt 70er Jahre)

  Stat-Oralix v. Philips

Leider habe ich noch kein Foto von der Röhre davon entdeckt, aber vielleicht ist es dieses hier unbekannte Teil. Im  Philips-Prospekt aus 1977 steht auch Betriebsspannung 50kV und das ist identisch mit dem Schild auf unserer unbekannten Röhre.

Ferner wurde diese Art Röhren von Koch & Stertzel, Essen in Verbindung mit Comet, Bern, hergestellt. Eine ausführliche Beschribung ist hier:

http://retro.seals.ch/cntmng?pid=sam-001:1962:18::572

Daraus das folgende Foto:

Oben, hinten links die "Panoramix"-Röntgenröhre mit dem "Finger" rechts.

Eine weitere Quelle ist http://pocketdentistry.com/1-panoramic-radiography-history-and-future-development/

     Panoramic-Slender

Hier noch einmal der "Finger" der vorhandenen Röhre

  Finger aus der unbekannten Röhre

Links das bei der Demontage unten abgebrochene Keramikröhrchen, ca. 10x100mm, in dessen Innern sich ein dünnes metallisches Röhrchen befindet, das aus der eigentlichen Röhre kommt und da endet, wo der Durchmesser des Keramikröhrchens dünner wird.

Wie das metallische Teil am oberen Ende im Innern genau aussieht, ist nicht bekannt. Den Beschreibungen zu solchen Konstruktionen nach, müsste es nach unten kegelig zulaufen, damit sich die entstehenden Röntgenstrahlen nach allen Seiten hin ausbreiten können.

Rechts eine Schutzhülse aus Aluminium, die über das Keramikröhrchen geschoben und mit der Lötfahne unten wohl geerdet ist. Außer einer Schutzfunktion könnte es auch zur Eigenfilterung weicher Röntgenstrahlen eingesetzt worden sein.