Pedoskop-Restauration

 

©  Tube Museum / Collection
Udo Radtke,  Germany
  2017-09-23

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Das "Pedoskop" oder "Schuh Fluoroskop" wurde in den 1950er bis 1960 Jahren in Schuhgeschäften dazu benutzt die Füße in den Schuhen darzustellen, um zu sehen, ob der Schuh richtig sitzt.

Es wurde erfunden von Dr. Jacob Lowe, einem Physiker aus Boston USA. Das Patent wurde 1919 beantragt und  1927 erteilt. Eingeführt wurde es 1920. Erfunden wurde es in erster Linie zur Beurteilung von Fußkrankheiten, hauptsächlich aber eingesetzt, um bei Soldaten für passendes Schuhwerk zu sorgen.

Unten wurden die beiden Füße hineingestellt und oben waren 3 Sichtöffnungen, für das Kind, die Eltern und / oder den Schuhverkäufer.

Unten im Boden war einfach eine Röntgenröhre, die nach oben strahlte. Darüber eine Aluminiumplatte zur Abschwächung der Röntgenstrahlung, darüber ein fluoreszierender Schirm auf dem man das Röntgenbild sah. Dazwischen kamen die Füße mit den Schuhen.

 

Hier ein Pedoskop der Firma Groß aus Berlin, das restauriert werden soll. Offenbar wurden im Laufe der Zeit auch unterschiedliche Varianten hergestellt, zumindest sind vom Hersteller Geräte  mit leichten Abweichungen aufgetaucht.

                

 Die Fotos zeigen die Vorder- und Rückseite des Gehäuses, das oberhalb der Stehfläche angebracht ist. Auf dem linken Bild fehlt vor der Front noch ein Fotos, auf dem dargestellt ist, was man zu sehen bekommt, nämlich den Fuß in einem Schuh. Einmal passend, einmal zu eng.

               

Auf der Rückseite ist eine Zeitschaltuhr angebracht, die über 3 Steckstifte mit dem Gehäuse verbunden ist. Wird der Stift nach unten gedrückt und losgelassen, läuft eine Zeit von ca. 5 Sec. für den Betrieb der Röntgenröhre ab.

Auf dem Gehäuse ist eine Platte mit 3 Sichtfenstern angebracht, so dass 3 Personen gleichzeitig hineinschauen können. Das mittlere Fenster ist in der Höhe verstellbar.

Über 2 Klappen, die von vorn betätigt werden, lassen sich die Seitenfenster nach Bedarf öffnen und schließen.

Diese Foto zeigt den unteren Teil des Gehäuses in dem sich der Bildschirm oberhalb der eingestellten Füße befindet.

Der Leuchtschirm, Ränder beidseitig in Blei vernagelt, damit keine Röntgenstrahlung nach oben durchkommt. Die über dem Leuchtschirm angebrachte Scheibe aus Bleiglas schirmt die Röntgenstrahlung zu den Augen hin ab.

Das beschriebene Gehäuse steht auf dieser Bodenplatte unter der sich der Hochspannungstrafo und die Röntgenröhre befindet. Die Person steht auf der Gummimatte und schiebt den Fuß in das Gerät.

Diese Bodenplatte ist unterseitig, im Bereich der Röntgenstrahlung, mit Ausnahme des Aufnahmebereiches,  ebenfalls zum Schutz gegen Röntgenstrahlung mit einer Bleiplatte belegt.

Hier ein Blick auf den unter der Bodenplatte liegenden Hochspannungstrafo (links) und die Röntgenröhre (rechts), die bei diesem Gerät leider ein Loch hat und deshalb nicht mehr zu gebrauchen ist.

 

Wenn rechts neben dem Trafo ein Teil der ebenfalls mit Blei abgeschirmten Kammer herausgezogen ist, hat man freien Zugang zu den Anschlüssen des Transformators und zur Röntgenröhre.

                     

Links die Anschlüsse des Transformators, rechts die beschädigte Röntgenröhre. So wie es aussieht, durch einen Spannungsüberschlag entstanden.

Mit der Verkabelung hatte man damals, in Anbetracht der zur Verfügung stehenden Mittel, keine Schwierigkeiten. Für heutige Verhältnisse undenkbar.

Hier noch ein Fotos des ausgebauten Transformators. Die nach oben zeigende Säule ist der Hochspannungsanschluss, an dem etwa 70kV anliegen. Zur Isolation bzw. zur Kühlung ist der Trafo komplett von Transformatorenöl umgeben.

Inzwischen wurden am Bodenteil des Gehäuses vom Tischler einige Funierstellen erneuert und das Teil neu spritzt. Alle anderen Teil des Aufbau wurden gereinigt, neu galvanisiert, und auch die Sichttrichter mit "Kräusel-Lack" neu gespritzt.

Der Röntgenschirm

Es ist klar, dass wir das Gerät nicht mit der Röntgenröhre drin in Betrieb nehmen können, aber es gibt eine andere Lösung der Darstellung ohne Röntgenstrahlen.

Ich werde über dem ehemaligen Leuchtschirm eine Lichtplatte auflegen, auf der ein Röntgenbild von Füßen in Schuhen angebracht ist. Darauf liegt dann zum Schutz eine Glasplatte und darüber ein schwarzer Abdeckrahmen, der nur den wichtigen Teil des Röntgenbildes, die Füße, sichtbar werden lässt.

Die Grundplatte f. die Aufnahme der Lichtplatte. Hinten links eine Öffnung für das Kabel

Die 7mm Lichtplatte mit LED-Randhinterleuchtung, bei Ebay für unter 20,- zu bekommen. Hier schon mal mit lose aufgelegtem Röntgenbild.

Hier bereits mit schwarzer Abdeckplatte, sodass nur der Ausschnitt mit den Füßen sichtbar ist.

Jetzt muss nur noch eine Lösung zur Einschaltung her, dass könnte z.B. ein Bewegungsmelder sein, der im Schacht angeordnet ist, in den die Füße zum Röntgen vorgeschoben werden.

Hier nun das fertig restaurierte Pedoskop

Über den Füßen ist noch zum Schutz ein Lamellenvorhang aus Bleigummi angebracht

Bei aufgeklappter Fronplatte Sicht auf den Original Leuchtschirm aus Barium-Platin-Cyanit.
Darüber wurde jetzt zur Simulation eine Leuchtplatte mit Röntgenbild installiert.

Die oberen 3 Sichtfenster. Das mittlere in der Höhe verstellbar.

Und so sieht das Ganze jetzt aus, wenn man von oben hineinschaut.

 


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