Lichtleiter-Displays
Edge Lit Displays

 

©  Tube Collection Udo Radtke,
Germany
  28.10.2008

Im englischen Sprachraum sind dieses seltenen Anzeigen als side-lit /sidelit light-guide Displays bekannt. Im Deutschen spricht man wohl von so genannten Lichtleiterdisplays.

Mit Aufkommen der Digitaltechnik stand man auch vor dem Problem, numerische Werte (also Ziffern) darzustellen. Der anfangs verwendete Lochstreifen war nicht unbedingt die beste Lösung. Daher ersann man verschiedene Anzeigesysteme: Nixie, Panaplex, Numitron, Digitron, Minitron, VFD (Vacuum Fluorescent Displays), NIMO, Dekatron, LED, LCD u.a. Die hier angebotene Anzeige vom oben beschriebenen Typ dürfte wohl eine der exotischten Vertreter numerischer Anzeigesysteme darstellen.

Das System basiert auf folgendem Prinzip: in hintereinander angeordneten Scheiben sind Ziffern eingearbeitet (graviert oder geätzt). Durch die seitliche Beleuchtung der jeweiligen Scheibe mit einer kleinen Glühlampe erscheint durch Lichtbrechung die entsprechende Ziffer. Die Ansteuerung erfolgt wie bei Nixie – Anzeigen (ein gemeinsamer Anschluss und ein Steueranschluss pro Symbol). Die Betriebsspannung beträgt 9 – 24 Volt, je nach gewünschter Helligkeit.

Die Symbolhöhe beträgt auf der nachfolgenden Abbildung ca. 30mm. Anzeigen in dieser Größe sind extrem selten zu finden  Die gesamte Einheit ist sehr massiv aus Aluminium gefertigt. Pro Einheit lassen sich die Ziffern 0 – 9, ein Dezimalpunkt und teils Sonderzeichen darstellen (z.B. ein Plus oder Minus – Zeichen).

Die wohl interessanteste Verwendung der Einheit dürfte wohl der Bau einer ganz besonderen Uhr sein. Nixieuhren gibt es mittlerweile in allen Varianten. Selbst Uhren mit Klappzahlen (Flip-Clock) werden wieder neu aufgelegt (z.B. Solari Udine) . Aber eine Uhr aufgebaut mit dieser Anzeige – das hat etwas. Zur Trennung von Stunden und Minuten könnte man z.B. den Dezimalpunkt blinken lassen (siehe Bilder) oder das Element mit dem + oder – zur Trennung verwenden. Da die gesamte Einheit komplett zerlegbar ist, dürfte das kein Problem sein. Es gab diese Anzeigen auch als Einzelelemente, was aber optisch nachteilig ist, da ja immer das Gehäuse zwischen den Ziffern stört - das ist hier nicht der Fall.

Im Betrieb haben die Anzeigen einen ganz besonderen 3D-Effekt. Leider lassen sich die leuchtenden Anzeigen mit meiner Kamera nur schlecht abbilden, da diese offenbar Probleme mit selbstleuchtenden Gegenständen hat. Sie sehen also in Natura wesentlich besser aus! Als Glühlampen werden handelsübliche, kleine Glühlampen verwendet. Es ist auch möglich, LED’s zu verwenden. Ich hatte leider nur eine rote, helle LED zum Testen zur Verfügung – sieht in Wirklichkeit auch wesentlich besser aus. 5mm LED’s passen exakt. Damit hält die Anzeige praktisch „ewig“ – ein weiterer Vorteil gegenüber Nixies, die ja bekanntlich eine begrenzte Lebensdauer haben. Glühlampen, leicht mit Unterspannung betrieben, leben auch sehr lange.

Lichtleiterdisplays ( Multi Indication Type N4 ) wurden 1968 von der Firma KGM in England hergestellt und sollen in den Canon- Rechenmaschinen Canola 30S und 130C eingebaut worden sein.

  Sollte jemand eine Fehler finden oder etwas zu
              ergänzen haben, so bitte ich um eine Mail.
Email - Kontakt

 

      Not yet translated

 

  In case there is something incorrect or should be
                    added, please send me a mail.

 Email - Contact

 


Hersteller: Non Linear Systems U.S.A.  

 

Inzwischen konnte ich ein Anzeigemodul von KGM Type M3 bekommen. Dies ist recht klein und hat die Glühlampen an der Rückseite eingebaut. das Licht geht über gebogene Leitflächen zur Front.

Der Vorteil dieser Anordnung liegt in dem kleinen erzielbaren Querschnitt der Front. Die Rückseite bietet dennoch ausreichend Platz für die Lämpchen. Ein abnehmbarer Anschluss-Kontaktblock drückt mit seinen Federn auf die Lämpchen.

Auf dem Fotos ist sehr schön zu erkennen, wie das Licht vom rückseitigen Lämpchen geleitet wird.

Diese Einheit stammt aus der Steuerung einer alten Werkzeugmaschine.

Die Anzeigemethode wurde im Jahre 1958 beim Englischen Patentamt unter No. 847972 von den Herren "Meurig Hill Evans", "Robin Arthur Waren Elsey" und "Harold Philip Freedman"  angemeldet, das Patent 1960 erteilt.

Komplette Patentschrift unter:

 http://www.scientificsolutions.ca/Display%20Patents/Edge%20Lit/GB847972.pdf

 

 

 


KGM Type M3 Funktion Seitenblick Kontaktblock

 
rückseitige Anschlüsse Frontseite