Frankreich History

 

©  Tube Collection Udo Radtke,
Germany
  28.10.2008

   Der Anfang

In der Zeit von 1910-1920 war für die französische Röhrenentwicklung  der Militaire Telegrahie ein Mann Namens Gustav Ferrie`zuständig. Ihm wurde bereit 1908 von De Forest ein Funkensender an der Antenne des Eiffelturmes vorgeführt, doch er war wenig beeindruckt.

Bereits um 1910 hatte die Compagnie Generales des Lampes unter Leitung von Auguste Petit einige Flemming-Dioden und später auch einige Trioden für die Marine gebaut. Petit besuchte 1914 die USA und traf A. Fessenden, der bei U-Booten  der Marine einen 3-stufigen De Forest Verstärker betrieb. Er war sehr begeistert und ließ von seinem Partner Emil Grardeau einen solchen Verstärker beschaffen, der dem Radio Telegraphie Militaire zur Verfügung gestellt wurde.

In 1900 war ein Mann Namens Paul Pichon von der Armee desertiert und hatte sich nach Deutschland abgesetzt. Dort unterrichtete er u.a. die Kinder von Graf Arco, einem der Gründer von Telefunken. Er interessierte sich sehr für die Radio Telegraphie, studierte Physik und Elektrizität und wurde technischer Repräsentant und Leiter der Patentabteilung bei Telefunken.

1914 war er in Amerika um Material für Telefunken zu sammeln. Während seines Rückweges nach Deutschland Brach der erste Weltkrieg aus und es bestand die Gefahr, dass er während seines Rückweges über London und Calais dort festgenommen würde. Er riskierte es dennoch und wurde prompt verhaftet. Er erklärte, dass er für Commandant Ferrie`, der ihn kannte, wichtige Geräte und Teile aus USA mitgebracht habe, u.a. auch 3 Trioden und Informationen über deren Herstellung und den Betrieb.

So wurde er zum Military Radio Service abkommandiert und seine Trioden wurden dem Glühlampen-Hersteller E.C. & A. Grammont (Handelsname Fotos) in Lyon übergeben. So entstanden bei Grammont die ersten Trioden. Sie waren jedoch sehr bruchempfindlich und wurden daraufhin neu konzipert. So entstand ca. 1915 die TM-Röhre mit ihrem bekannten 4-poligen Stiftsockel. 

Wegen des großen Bedarfs - Fotos konnte nicht genug liefern - wurde auch die Compagnie des Lampes in Irvy mit der Herstellung der TM-Röhre beauftragt. Sie hieß dort TM-Metal während die von Grammont TM-Fotos hieß. Beide Röhren sind nahezu gleich. Die TM-Fotos hat jedoch 12 Gitterwicklungen aus Molybdän während die TM-Metal nur 11 Wicklungen aus Nickel besitzt. In Verstärkern wurde sie mit Uf=4V und Ua=40...120V betrieben während sie als Oszillatorröhre im Sender mit Uf=5..6V und Ua bis 500V betrieben wurde.

Die TM konnte wegen der hohen Eingangskapazität in den damaligen Verstärkern nur bis 600khz eingesetzt werden. Um die zu ermöglichen entstand die TMC-Röhre, bei der das Gitter und die Anode getrennt nach oben herausgeführt waren.

Bereit 1916 baute Pilon eine 400W Senderöhre und die Produktion in Irvy baute eine TMB und die 50W-Röhre E4M.

Gegen Ende des ersten Weltkrieges gab es in Frankreich zwei große Hersteller von Röhren:
  • -France Compagnie des Lampes ( Lampe Metal )
  • -E.C.&A. Grammont ( Fotos )
1921 kamen zwei weitere Firmen hinzu:
  • Societe Independante de T.S.F ( SIF )
  • Societe La Radiotechnique ( RT )

Letztere wurde 1919 gefründet und 1921 von Societe Francaise Radiotechnique (SFR) bzw. (SFRE) aufgekauft. Die (SFR) gehörte zur Compagnie Generale de Telegraphie sans Fil (CSF)
In den ersten Jahren kaufte die (SFR) zunächst alle Röhren von Marconi, dann baute man selbst. Als Marke verkaufte man erst unter R. Später, ab1923 wurden die thorierten Heizfäden eingeführt. Ab dem Zeitpunkt verkaufte man unter RT.
1927 wurde aus dem Unternehmen "Dario". Manchmal stand auf den Röhren sowohl Dario als auch RT. In der Folge ging das Unternehmen dann an die Philips-Gruppe.

Alle Firmen gebannen zunächst mit kleinen Stückzahlen der "TM"-Röhre. Man verwendete Anoden aus Nickel blech. Zur Entgasung wurde während der Evakuierung der Röhren eine positive Spannung an Gitter und Anoden gelegt, bzw. mit zusätzlicher äußerer Induktion das Innenleben zum Glühen gebracht. Dabei bildete sich auf der Innenseite des Glaskolbens ein dunkler Belag, der bei den Käufern den Eindruck erweckte, es handele sich um eine bereits gebrauchte Röhre.

Deshalb begann zunächst Fotos> die Glaskolben aus blauem Glas herzustellen und so den dunklen Niederschlag unsichtbar zu machen.

1922 begannen erste Versuche die Röhren mit Wechselstrom zu heizen. Dazu zählt die Metal "Radio Secteur"-Röhre. 1927 begann auch RT mit diesen Versuchen und brachte schließlich 1929 ihre erste indirekt geheizte Röhre heraus.

1924 begann man dann Doppelgitter-Röhren herzustellen, zunächst mit Wolframfäden, später mit dunkel glühenden Fäden.

1927 begann dann bei RT die Herstellung der Fäden nach dem "azid"- oder "nitrid"-Verfahren, das große Vorteile hatte und bessere Leistungen ermöglichte. Kurz darauf wurde es von allen anderen Herstellern übernommen.

1928 begann auch der Glühlampenhersteller Visseaux mit der Herstellung von Röhren.

Um die Übersicht abzurunden sind noch einige andere kurz zu erwähnen:

G.D.E.R.

Groupement pour le Developpement des Emissions Radiophoniques. Sie bestand von 1924 bis 1929 und diente dem Zweck, die Verbreitung des Rundfunks zu fördern. Die Gesellschaft stellte den Rundfunkanstalten Geld zur Verfügung, das sie wiederum aus Werbeeinnahmen der Röhrenhersteller bekam. Im Gegenzug durften die angeschlossenen Röhrenhersteller das G.D.E.R.-Zeichen auf ihren Röhren anbringen.

CGR

Compagnie Generale de Radiologie. Sie entstand aus der Caiffle-Callot et Rochefort und übernahm 1923 Etablissement H. Pilon, einen Hersteller von Leistungsröhren.

MCB

Etablissement M.C.B. Verkaufte Röhren unter den Bezeichnungen: "Cyrnos, Micro, Ampli, Bigrille, Tigrille", eine "Standard"- und eine "Labo"-Serie.

J. Beson

War von 1923-1927 ein Glühlampen-Hersteller. Verkaufte Röhren unter "Micro-Eclipse"

Societe Francaise des Lampes Luxor

Verkaufte von 1925-1928 Röhren unter "Eureka"

 

 

  The beginning    Not all translated!

In der Zeit von 1910-1920 war für die französische Röhrenentwicklung  der Militaire Telegrahie ein Mann Namens Gustav Ferrie`zuständig. Ihm wurde bereit 1908 von De Forest ein Funkensender an der Antenne des Eiffelturmes vorgeführt, doch er war wenig beeindruckt.

Bereits um 1910 hatte die Compagnie Generales des Lampes unter Leitung von Auguste Petit einige Flemming-Dioden und später auch einige Trioden für die Marine gebaut. Petit besuchte 1914 die USA und traf A. Fessenden, der bei U-Booten  der Marine einen 3-stufigen De Forest Verstärker betrieb. Er war sehr begeistert und ließ von seinem Partner Emil Grardeau einen solchen Verstärker beschaffen, der dem Radio Telegraphie Militaire zur Verfügung gestellt wurde.

In 1900 war ein Mann Namens Paul Pichon von der Armee desertiert und hatte sich nach Deutschland abgesetzt. Dort unterrichtete er u.a. die Kinder von Graf Arco, einem der Gründer von Telefunken. Er interessierte sich sehr für die Radio Telegraphie, studierte Physik und Elektrizität und wurde technischer Repräsentant und Leiter der Patentabteilung bei Telefunken.

1914 war er in Amerika um Material für Telefunken zu sammeln. Während seines Rückweges nach Deutschland Brach der erste Weltkrieg aus und es bestand die Gefahr, dass er während seines Rückweges über London und Calais dort festgenommen würde. Er riskierte es dennoch und wurde prompt verhaftet. Er erklärte, dass er für Commandant Ferrie`, der ihn kannte, wichtige Geräte und Teile aus USA mitgebracht habe, u.a. auch 3 Trioden und Informationen über deren Herstellung und den Betrieb.

So wurde er zum Military Radio Service abkommandiert und seine Trioden wurden dem Glühlampen-Hersteller E.C. & A. Grammont (Handelsname Fotos) in Lyon übergeben. So entstanden bei Grammont die ersten Trioden. Sie waren jedoch sehr bruchempfindlich und wurden daraufhin neu konzipert. So entstand ca. 1915 die TM-Röhre mit ihrem bekannten 4-poligen Stiftsockel. 

Wegen des großen Bedarfs - Fotos konnte nicht genug liefern - wurde auch die Compagnie des Lampes in Irvy mit der Herstellung der TM-Röhre beauftragt. Sie hieß dort TM-Metal während die von Grammont TM-Fotos hieß. Beide Röhren sind nahezu gleich. Die TM-Fotos hat jedoch 12 Gitterwicklungen aus Molybdän während die TM-Metal nur 11 Wicklungen aus Nickel besitzt. In Verstärkern wurde sie mit Uf=4V und Ua=40...120V betrieben während sie als Oszillatorröhre im Sender mit Uf=5..6V und Ua bis 500V betrieben wurde.

Die TM konnte wegen der hohen Eingangskapazität in den damaligen Verstärkern nur bis 600khz eingesetzt werden. Um die zu ermöglichen entstand die TMC-Röhre, bei der das Gitter und die Anode getrennt nach oben herausgeführt waren.

Bereit 1916 baute Pilon eine 400W Senderöhre und die Produktion in Irvy baute eine TMB und die 50W-Röhre E4M.

 

End of World War I there were in France two important manufacturers of tubes / valves:

  • -France Compagnie des Lampes ( Lampe Metal )
  • -E.C.&A. Grammont ( Fotos )
In 1921 two other companies followed:
  • Societe Independante de T.S.F ( SIF )
  • Societe La Radiotechnique ( RT )

Societe La Radiotechnique was founded in 1919 and has been taken over by Societe Francaise Radiotechnique (SFR) bzw. (SFRE) in 1921. (SFR) was a subsidary of Compagnie Generale de Telegraphie sans Fil (CSF).

The first years (SFR) bought all their tubes from Marconi, later they started their own production. Their trademark was first R. Later, as of 1923 thoriated filament where introduced. From this moment they sold under  RT.

1927 the company became "Dario". Sometimes they used on a tube both brand names Dario and RT.  Dario was later integrated in the Philips group..

All companies started first to produce in small quantities the TM-Tube. The anodes where made of nickel. For degassing the electrodes the grid was heated and the plate on high voltage. Often was also used from outside an aditional induction device. sometimes this process caused a dark deposit on the interior of the bulb and customers would not buy because they thought it could be a used tube.

This was the reason why Fotos as the first started to manufacture the glas bulb with blue glas. So the black sediment inside on the glas was no longer visible.

1922 started the first attempts to heat filament with AC-voltage. One of the first tubes was the Metal "Radio Secteur". 1927  started also RT to develop AC-heated tubes and brought out their first tube in  1929.

1924 the companies started to develop tubes with 2 grids. The first tubes had tungsten- the later ones thoriated filaments.

1927 started  RT to produce filament by the "azid"- oder "nitrid"-process, which had a lot of advantages and allowed higher output. Short time after also the other companies adopted these process.

1928 the light bulb manufacturer  Visseaux sarted his tube production..

Um die Übersicht abzurunden sind noch einige andere kurz zu erwähnen:

G.D.E.R.

Groupement pour le Developpement des Emissions Radiophoniques. Sie bestand von 1924 bis 1929 und diente dem Zweck, die Verbreitung des Rundfunks zu fördern. Die Gesellschaft stellte den Rundfunkanstalten Geld zur Verfügung, das sie wiederum aus Werbeeinnahmen der Röhrenhersteller bekam. Im Gegenzug durften die angeschlossenen Röhrenhersteller das G.D.E.R.-Zeichen auf ihren Röhren anbringen.

CGR

Compagnie Generale de Radiologie. The company arose from Caiffle-Callot et Rochefort and took over in 1923 Etablissement H. Pilon, a manufacturer of power tubes..

MCB

Etablissement M.C.B. Sold tubes under: "Cyrnos, Micro, Ampli, Bigrille, Tigrille", a  "Standard"- und a  "Labo"-Series.

J. Beson

Was from 1923-1927 a manufacturer of light bulbs. Sold his tubes under "Micro-Eclipse"

Societe Francaise des Lampes Luxor

Sold from 1925-1928 tubes  unter "Eureka"


    Sollte jemand eine Fehler finden oder etwas zu ergänzen haben, so bitte ich um eine Mail. 

   In case there is something incorrect or should be added, please send me a mail.